Nimm das Leben nicht so ernst.


Failure of a businessman due to crisisDen größten Teil meines beruflichen Werdeganges habe ich mich mit kränkelnden und sterbenden Unternehmen beschäftigt. Wenn andere das Handtuch wegen offensichtlicher Aussichtslosigkeit geworfen haben, wurde ich geholt und habe meistens das Unmögliche nochmals möglich gemacht.

Insbesondere während der vielen Jahre als Subunternehmer von mehrereren auf Insolvenzbearbeitung spezialisierten Rechtsanwaltskanzleien lernte ich dabei unzählige sowohl fachlich kompetente wie auch menschlich äußerst sympathische Menschen kennen, – die ich Kraft meiner Tätigkeit aus der trügerisch sicheren Arbeitswelt ins vermeintliche “Nichts” stoßen musste.

Für jeden einzelnen dieser Menschen brach damit eine Welt zusammen.
Und es waren einige dabei, von denen ich mich am Ende verabschiedete und in diesem Moment feuchte Augen nicht mehr vermeiden konnte

Menschen, die bis zum Ende nochmals Alles gegeben haben, um den berühmten Karren doch noch irgendwie aus dem Dreck zu ziehen.
Menschen, die sehr wohl wussten, dass sie noch nicht ausreichend in die Sozialkasse eingezahlt haben, um schon an die Verrentung denken zu können; die andererseits jedoch auch nicht ganz zu Unrecht vermuteten, dass sie bedingt durch ihr fortgeschrittenes Alter aller Voraussicht nach wohl auch keine neue Anstellung mehr finden werden. Gerade im Bereich der Produktionsunternehmen eine Furcht, die ich diesen Personen nicht einmal nehmen konnte, denn sie war berechtigt.

wegen INSOLVENZ geschlossen - Schild am WerkstorMit einigen dieser zwar nur kurzzeitigen, aber sehr intensiven Arbeitskollegen halte ich bis zum heutigen Tag mehr oder minder losen Kontakt. Und sie alle (!) sind auf die Fuße gefallen. Ja, harte Zeiten haben sie sow gut wie alle durchlebt. Einge davon haben auch ziemlich schmerzhafte Einschnitte erfahren müssen. Aber ohne Ausnahme alle erfuhren am eigenen Leib, was denn Dragoslav Stepanovic, Eintracht Frankfurts ehemaliger Fußballmanager, einmal mit den Worten auszudrücken versuchte: “Lebbe geht weider”.

Vielleicht waren es diese Erfahrungen. Vielleicht war es auch die viele Fachliteratur rund um die psychische Stabilität, die ich mir im Laufe der Zeit zu Gemüte geführt habe. Vielleicht ist es auch nur das, was man manchmal hochtrabend als “die Weisheit des Alters” bezeichnet. Wahrscheinlich ist es eine Mixtur aus all diesen und noch vielen anderen Punkten. Ich weiß es nicht.

Fakt ist jedoch, dass ich irgendwann feststellte, dass man dem Leben an sich auf keinen Fall nur mit vollkommenem Ernst begegnen sollte! Es ist zu kurz für Verbissenheit. Und so sehr der Job auch frustet und der Chef vielleicht tobt. So sehr die Situation auch aussichtslos erscheinen mag und man von der eventuellen Inkompetenz von Kollegen und/oder Vorgesetzten auch überzeugt sein mag. Das sich selbst angeärgerte Magengeschwür verändert absolut nicht an der Situation, reduziert aber nachweislich nicht nur die Lebensqualität, sondern häufig auch die Lebensdauer.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht“. Auch eine volkstümliche Weisheit, deren Kern sich erst während des Älterwerdens erschließt (…für die es übrigens auch noch eine Fortsetzung gibt: Philosophie ist, wenn man trotzdem denkt und Religion ist, wenn man trotzdem stirbt).

Wenn man sich die Pointe irgendeines Witzes betrachtet, stellt man schnell fest, dass dabei eigentlich fast immer irgendjemand zu Schaden kommt oder zumindest andersweitig der Gelackmeierte ist. Selbst die mitfühlensten Menschen sind dennoch in der Lage, über einen Witz zu lachen.
Warum gelingt uns das im “wahren Leben” denn nicht auch?
Da verkriechen wir uns sehr schnell und sehr gerne in einen sich aufschaukelnden Ärger und Frust hinein, der letztendlich für absolut nichts anderes gut ist, als uns Lebenszeit zu rauben. Unwiederbringlich!
Es geht weiter!

Ich möchte daher heute ein Credo für die Lust am Leben aussprechen!
Ich glaube daran, dass uns allen auch in (und vielleicht sogar ganz besonders in) den unangenehmen Momenten des Arbeitslebens das Hochziehen eines Mundwinkels sehr gut tun kann. Besser gleich beide.

Diese Muskelübung sorgt nicht nur für ein Lächeln im eigenen Gesicht. Gar nicht mal selten zaubert es auch eine überraschend angenehme Stimmung in unsere Umwelt.

Und mit einer eigenen positiven Ausstrahlung öffnen sich so gut wie immer ganz überraschend neue Türen, die man vorher so noch gar nicht gesehen hat.
Andere Wege, ja. Neue Wege, ja. Unbekannte Wege, ja.
Aber deswegen automatisch schlechte Wege? Nein!

Habe Mut. Lache! Du bist frei!
your philosution


philosution-music-link zum Thema: “Don’t Worry Be Happy” von Bobby McFerrin

 

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>