Pause beendet! Jetzt geht es weiter…


Es wird Zeit, dass ich mich hier zurück melde! Zwei ganze Jahre ohne einen einzigen Eintrag im Blog. Die Auslastung bei einzelnen Kunden hat mich ein bisschen mehr abgelenkt, als ich das eigentlich hatte zulassen wollen.

Nun stehe ich an meiner Arbeitsplatte und schnipele Obst, um mir eine Schüssel Müsli zuzubereiten. Wie so häufig tue ich das in aller Eile. Denn die Arbeit wartet. Keine Zeit. Wie immer.

Während das wenige Minuten vorher erst geschärfte Kneipchen an der Spitze meines Fingernagels mühelos durch die noch nicht restlos reife Birne gleitet, gehen mir die mahnenden Worte eines guten Freundes durch den Kopf. Unzählige Male habe ich von ihm bereits dieses chinesische Sprichwort zu hören bekommen: „Wenn Du es eilig hast, gehe langsam!“ Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.

Ein Spruch, dessen Wichtigkeit man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Denn eine Schnittwunde im Finger würde mir nicht nur den Appetit auf diese Müsliportion verleiden, sondern mich auch noch darüber hinaus tagelang beim Arbeiten beeinträchtigen. Noch mehr Rückstände wären die Folge. Noch weiteres Verschieben der Veränderungspläne in die Zukunft.

Gründe zum Aufschieben von Zukunftsplänen findet jeder Mensch ständig genug. Auch ohne sich bei der Essenszubereitung zu verletzen. Dabei ist die berühmte Prokrastination ja bei genauerer Betrachtung nichts anderes, als ein Schneiden in das eigene Fleisch. Durch das Verschieben der Änderungswünsche von heute auf morgen und übermorgen und irgendwann, verletzen wir unsere Sehnsüchte mindestens genauso sehr, wie es das scharfe Messer in einem unbedachten Moment mit meiner Fingerkuppe tun würde.

Während ich zur Orange greife und sie aus der Schale zu pellen beginne, geht mir ein weiteres Zitat durch den Kopf. „Die Schwierigkeit ist nicht, neue Ideen zu finden, sondern den Alten zu entkommen!“ Diese Feststellung hat der Ökonom John Maynard Keynes einmal getroffen. Treffender kann man die Ursache meiner über zweijährigen Funkstille auf dieser Seite kaum beschreiben. Wenn man sich im Kopf noch mit dem tagtäglichen Hamsterrad beschäftigt, ist es sehr schwer, den geistigen Fokus auf etwas Neues auszurichten. Wie die Flucht aus einem Gefängnis bedarf auch dieses Entkommen aus den jahrzehntelang eingeübten Denkmustern eine sorgfältige und somit wahrscheinlich langwierige Vorbereitung.

Die Kiwi hat nun auch schon ihre Schale und den harten Strunk verloren und liegt in präzise drei auf drei Millimeter groß geschnittenen Würfeln in der Glasschüssel. Nun folgt noch ein erdnussgroßes Stück Inger. Ich mag den Geschmack dieser Wurzel so rein überhaupt nicht. Aber man sagt der Pflanze gesundheitsfördernde Wirkung nach. Und nachdem mich nun schon die dritte Woche ein ziemlicher Husten plagt, will ich keinen Ratschlag unversucht lassen. Um den Geschmack zu vertuschen erhöhe ich die Dosis des noch in die Schüssel wandernden Honigs. Um der Gesundheit dann auch noch ganz gerecht zu werden und nebenbei das Gedärm zu schonen, kommt als Flüssigkeit am Ende kein Milchprodukt in die Schüssel, sondern extralang gezogener, naturbelassener Roibuschtee. Soviel nebenbei zum Clark’chen Müsli, dessen Kern einfaches Basismüsli aus dem Hause Feinkost Albrecht, besser bekannt unter dem Namen Aldi darstellt.

Mit meiner gläsernen Schüssel und einer Tasse Kaffee setze ich mich an meinen Rechner und starte die Anzeige der aktuellsten Nachrichten. Und wie so ziemlich jeden Tag spüre ich, wie beim Lesen von Überschrift zu Überschrift meine Laune zu sinken beginnt. Mord und Totschlag, wo man hinschaut. Eskalierende Kriege, Kriegsdrohungen, Anfeindungen und gegenseitiges Unverständnis sind an der Tagesordnung. Und selbst wenn die Berichterstattung einmal keine Toten erwähnt, so ist doch nur die Rede von Korruption und Verbrechen. Wir leben in einer abgrundtief schlechten Welt.

Kauend lehne ich mich zurück und atme einmal tief durch. Was machen die Medien nur aus den Menschen? Gib dem Leser Horrorstorys und er sieht den Weltuntergang an jeder Straßenecke. Gerade einzelne Verlage und deren Druckwerke sind prädestiniert dafür, mit ihrer etwas einseitig ausgerichteten Katastrophen-Ausnutzerei die Stimmung ganzer Bevölkerungsmassen zu beeinflussen. Will ich mich da wirklich reinziehen lassen?

Nein. Es geschehen auch gute Dinge auf der Welt. Sehr viele sogar. Tagtäglich. Überall. Die schaffen es nur meistens nicht in die Nachrichten. Sind nicht spektakulär genug. Bringen keine Auflagensteigerung. Daher muss man manchmal gezielt nach ihnen suchen, wenn man das Gefühl bekommt, vom Strudel der „allgemeinen“ = einseitigen Berichterstattung nach unten gezogen zu werden.

Ab und an fällt mir das Suchen nach positiven Aspekten selbst sehr schwer. Vielleicht ist das mit einer der Gründe für die große Veröffentlichungspause auf dieser Seite hier. An Text-Entwürfen mangelte es nicht. Noch viel weniger an Themen, die man sich genauer betrachten sollte. Aber am positiven Blickwinkel klemmte es. Um aus negativen Schlagzeilen Schwarzmalerei zu erzeugen, bedarf es nicht einer Website, die sich eigentlich um eine bessere Zukunft des Einzelnen und damit in Folge der Gemeinschaft widmen möchte.

Mit einer Schublade voller Entwürfe ist es jedoch nicht getan. Um eine gesunde Diskussion loszutreten, bedarf es der Veröffentlichung der Zeilen. Das konstruktive Streitgespräch ist in unserer heutigen Zeit ziemlich aus der Mode gekommen. Aber genau daran fehlt es doch. Die Werte eines Andersdenkenden darf man ja gerne verurteilen. Aber dafür sollte man sie zumindest erst einmal kennen.

Ich werde also hiermit den Schreibdienst wieder aufnehmen! Mindestens ein Artikel pro Monat zu Themen des Zeitgeschehens werde ich hier zur Diskussion stellen. Manche Themen durchaus auch öfter aufgreifen.

Es mag sich vielleicht so anfühlen, aber der Tellerrand ist nicht das automatische Ende des Denkens. Ein Blick darüber hinaus zaubert manchmal ganz neue Ansichten, ganz neue Wege und Möglichkeiten, eine ganz neue, viel positivere Zukunft zu Tage. Gehen wir es an!

your future! your life! your philosution!

 


 

„Ab jetzt wird es mir besser gehen“. Glasperlenspiel hat mit dem Titel Geiles Leben einen herrlichen Ohrwurm für Aufbruchsmomente jeder Art kreiert!

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